Die grosse Flut ( der Heuchler )

Innen- und Außenpolitik, Termine zu pol. Demo´s und Aktivitäten
dimme
Bandmitglied
Bandmitglied
Beiträge: 1424
Registriert: 13.08.2004, 18:31
Wohnort: im Bett

Beitrag von dimme »

ok ok seh ich ein! hab mich ma bisl durchgelesen und möchte nun in keinster weise aldi die unberechtigte nutzung des biosiegels unterstellen! ist ja wirklich schön wenns so ist - Bio für alle und bezahlbar
aber davon mal abgesehen schmeckt die Alpro sojamilch(war die eigentlich bio?) trotzdem besser als die von aldi :)
paramlotek
Groupie
Groupie
Beiträge: 147
Registriert: 09.06.2004, 14:51
Wohnort: Berlin

Beitrag von paramlotek »

dimmeDD hat geschrieben: aber davon mal abgesehen schmeckt die Alpro sojamilch(war die eigentlich bio?) trotzdem besser als die von aldi :)
find alpro mit calcium auch besser zum pur trinken, die andere benutz ich nur zum kochen.

und alpro ist zwar gentechnikfrei aber nicht bio (provamel ist bio)
dimme
Bandmitglied
Bandmitglied
Beiträge: 1424
Registriert: 13.08.2004, 18:31
Wohnort: im Bett

Beitrag von dimme »

provamel sagt mir garnichts :shock:
die alpro is eben vor allem auch teurer, wenigstens gentechnikfrei. da kann man sich ja bei ner dose mais schon lange nicht mehr sicher sein, und vorallem muss das bis jetzt nicht gekennzeichnet werden soweit ich weis!
scheisse, hat der thread doch im laufe der seiten doch bisl das thema gewechselt :)
paramlotek
Groupie
Groupie
Beiträge: 147
Registriert: 09.06.2004, 14:51
Wohnort: Berlin

Beitrag von paramlotek »

dimmeDD hat geschrieben:provamel sagt mir garnichts :shock:
die alpro is eben vor allem auch teurer, wenigstens gentechnikfrei. da kann man sich ja bei ner dose mais schon lange nicht mehr sicher sein, und vorallem muss das bis jetzt nicht gekennzeichnet werden soweit ich weis!
provamel gibts auch nur im bioladen bzw. reformhaus zu kaufen.
ist halt die biovariante von alpro.
haste die echt noch nie gesehen? :shock:
crs
Tourmanager
Tourmanager
Beiträge: 2623
Registriert: 26.03.2004, 11:58
Wohnort: Umeå
Kontaktdaten:

Beitrag von crs »

jo und is trotzdem billiger... merkwürdiger weise... aber dafür: :o
dimme
Bandmitglied
Bandmitglied
Beiträge: 1424
Registriert: 13.08.2004, 18:31
Wohnort: im Bett

Beitrag von dimme »

häh, ich komm grad eben ausm reformhaus und hab da och extra ma geguckt, aber da gabs kein provamel :shock:
bin jetzt wieder feini mit lecker veget. schnitzelstäbchen etc. eingedeckt, reicht wieder ne woche......die sojamilch hol ich eh immer im supamarkt
durchs reformhaus werd ich nochma arm.....
paramlotek
Groupie
Groupie
Beiträge: 147
Registriert: 09.06.2004, 14:51
Wohnort: Berlin

Beitrag von paramlotek »

dimmeDD hat geschrieben:häh, ich komm grad eben ausm reformhaus und hab da och extra ma geguckt, aber da gabs kein provamel :shock:
bin jetzt wieder feini mit lecker veget. schnitzelstäbchen etc. eingedeckt, reicht wieder ne woche......die sojamilch hol ich eh immer im supamarkt
durchs reformhaus werd ich nochma arm.....
wo wohnst du denn?
vielleicht ist das von stadt zu stadt unterschiedlich. aber im bioladen musste nochmal gucken :shock:
dimme
Bandmitglied
Bandmitglied
Beiträge: 1424
Registriert: 13.08.2004, 18:31
Wohnort: im Bett

Beitrag von dimme »

in dd....
das kann sein, hab aber auch nur in dem einen danach geguckt.
im bioladen war ich schon länger ni mehr, muss ich ma gucken....aber der is ja fast noch teurer als reformi :shock:
überbollo
Roadie
Roadie
Beiträge: 317
Registriert: 09.09.2004, 10:49

Beitrag von überbollo »

vom allgemeinen veganen-einkaufs-tips-thema mal wieder zurück auf das ursprungsthema (3. Welt-Problematik?) und dazu möchte ich gerne mal einiges loswerden, was bisher nur in einem nebensatz angesprochen erwähnt wurde...
nur durch unser konsumverhalten wird auf diese fírmen druck ausgeübt.
wenn nun endlich mal ein ruck durch unsere gesellschaft geht und sie unter solchen bedingungen hergestellte produkte nicht mehr akzeptiert, ändert sich etwas an diesen missständen!
ich glaube, diese aussage wurde auch im späteren thread-verlauf dahingehend formuliert, firmen, die außerhalb europas nicht "sauber" produzieren, komplett zu boykottieren.

in der tat ist totale boykott eine vorgehensweise, die bei weitem nicht alle aspekte der problematik berücksichtigt, die beim thema fairer handel und globale gerechtigkeit auftreten.

es ist richtig, dass der konsument durch sein verhalten einfluss auf die politik der unternehmen ausüben kann. bei durchschnittlich 1000 EUR Ausgaben pro Jahr / pro Kopf für Kleidung in Deutschland z.B. ein nicht zu unterschätzendes Potential für die Anbieter.

Das öffentliche Interesse an der Thematik wurde in den letzten Jahren durch Aktionen von NGO's wie z.B. ATTAC vermehrt geweckt und somit geraten auch die Unternehmen unter den Druck dieser neu gewachsenen Konsumenten-Lobby.

Eine Verbesserung der Situation für die Benachteiligten des globalen Handels kann aber durch den einfachen Boykott der Produkte von Unternehmen, die bisher noch nicht in eine Unterzeichnung einer Sozialcharta eingewilligt haben, nicht erreicht werden. Diese Charta sieht vor, dass sich Unternehmer einerseits verpflichten, die Sozialstandarts der ILO* einzuhalten sowie sich jederzeit und uneingeschränkt vor Ort daraufhingehend untersuchen zu lassen.

Insofern macht es mehr Sinn, den Druck mittels Protestaktionen, Unterschriftenaktionen etc. auszuüben und damit den Versuch zu unternehmen, die Bedingungen der benachteiligten Arbeitnehmer vor Ort zu verbessern.
Warum?
Die Unternehmensführung wird bei Gewinneinbußen durch Umsatzrückgänge zuallererst Maßnahmen durchführen, die Kosten für die Produktion weiter zu senken und ggfs. Arbeitsplätze abzubauen. In unserem Fall wird also die Hälfte der Arbeiter(innen) entlassen und die verbleibende Hälfte wird die Mehrarbeit zu gleichen Bedingungen erledigen müssen. Das schwächste Glied in der Kette mit der kleinsten Lobby muss logischerweise immer als erstes dran glauben, wenn gespart werden muss.

Ein gemäßigtes und kritisches Konsumverhalten ist also sicherlich richtig und das beinhaltet natürlich, sich über Herkunft von Konsumgütern zu informieren und nach Möglichkeit Produkte aus fairem Handel zu unterstützen. Das ist allerdings nur die eine Seite der Medaille. Der Aufruf zum Totalboykott ist zwar als Lösungsansatz ungemein populär, geht aber leider am Ziel vorbei. Bitte denkt darüber noch einmal nach.

*) http://www.ilo.org/public/english/about/iloconst.htm
anderes beispiel
FRAGE:
warum glaubst gibt es mittlerweile biosojamilch bei aldi!?
ANTWORT:
weil die industrie auf die steigende nachfrage reagiert hat. so ein geschäft lässt man sich doch nicht durch die lappen gehen!!!
Danke für dieses Beispiel! Denn es veranschaulicht nochmal sehr schön die effektiveren Werkzeuge, die uns als Konsumenten zur Verfügung stehen. Denn nicht der Boykott von Aldi-Produkten hat uns die Soja-Reis-Milch beschert, sondern die gezielte Nachfrage nach alternativen Produkten.

Sorry, wenn das hier jetzt etwas lang geworden ist, aber manche dinge lassen sich eben leider nicht mit dem kleinsten gemeinsamen nenner und/oder einem plakativen Aufruf erklären und lösen. Globalisierung ist ein ungeheuer komplexes Thema. Die Wirtschaft passt sich den verschiedensten Situationen an und verlangt von uns viel Flexibilität im Denken und Handeln für mehr Gerechtigkeit...

[/quote]
Ball im Garten
Konzertbesucher
Konzertbesucher
Beiträge: 99
Registriert: 21.06.2004, 11:46
Wohnort: Dresden

Re: Wie wärs den damit zu Beginn!

Beitrag von Ball im Garten »

paramlotek hat geschrieben:...zu guten preisen...
:?: :?: :?:

wo sind die guten preise? das is ja wohl ne frechheit! übelst abhaun!
paramlotek
Groupie
Groupie
Beiträge: 147
Registriert: 09.06.2004, 14:51
Wohnort: Berlin

Re: Wie wärs den damit zu Beginn!

Beitrag von paramlotek »

Ball im Garten hat geschrieben: wo sind die guten preise? das is ja wohl ne frechheit! übelst abhaun!
wieviel gibst du denn sonst für klamotten aus??
wenn du die preise mit denen irgendwelcher markenprodukten (zb. carhartt) vergleichst ist da kein unterschied.
außerdem muss man ja nicht andauernd neue kleidung kaufen, ich jedenfalls nicht..... :shock:
xcoolernamex
Konzertbesucher
Konzertbesucher
Beiträge: 94
Registriert: 04.10.2004, 11:49

Beitrag von xcoolernamex »

Also es ist schon löblich, wenn man beim Kauf von Ware darauf achtet, wie sie produziert wird. Nur wenn die Sachen aus Baumwolle sind, dann musste die irgendein armer Schlucker in der prallen Sonne pflücken, egal wo das Shirt letztendlich produziert wurde. Und Schafswolle ist ja nicht vegan, oder? (nicht sauer sein!)

Es gibt nur noch wenige Firmen, die ihre Kleidung in Deutschland produzieren (eigentlich ist nur Trigema noch nennenswert). Auch bei "made in europe" wär ich vorsichtig. Dann ist es halt ein armer Osteuropäer, der da schuftet. Oder in Europa wird nur noch das Firmenlogo draufgedruckt und also "made in EU" verkauft. Für den 08/15 Konsumenten ist es fast unmöglich, mit Sicherheit nachzuvollziehen, unter welchen Bedingungen etwas in einigen (asiatischen) Ländern produziert wird. Hier ist die Politik gefragt (ob man das nu will oder nicht), aber ein Handelsembargo gegen China wird wohl nicht kommen.

Ich würd mir gern mal wieder ein Bandpullover kaufen, aber derzeit ist ja nichts ohne Kapuze und Zipper zu haben (ICH BIN NOCH NICHT SO ALT; DASS ICH DEN PULLI NICHT MEHR ALLEIN ÜBERN KOPF ZIEHEN KANN UND WENN ES REGNET NEHM ICH DAS AUTO). Zumindest nichts, was mir gefällt. Meinetwegen auch aus asiatischer Vorproduktion. Ich vertrau drauf, dass der ethic-code eingehalten wird.
paramlotek
Groupie
Groupie
Beiträge: 147
Registriert: 09.06.2004, 14:51
Wohnort: Berlin

Beitrag von paramlotek »

xcoolernamex hat geschrieben:Also es ist schon löblich, wenn man beim Kauf von Ware darauf achtet, wie sie produziert wird. Nur wenn die Sachen aus Baumwolle sind, dann musste die irgendein armer Schlucker in der prallen Sonne pflücken, egal wo das Shirt letztendlich produziert wurde. Und Schafswolle ist ja nicht vegan, oder? (nicht sauer sein!)
super spruch volker! :shock:
schon klar du studierst BWL und hast sicherlich nen größeren plan als ich.
firmen die "ethical-ware" produzieren machen sich auch um den armen baumwollpflücker gedanken.
diese produkte sollten "ethical" vom saatgut bis zum shirt sein!
Ball im Garten
Konzertbesucher
Konzertbesucher
Beiträge: 99
Registriert: 21.06.2004, 11:46
Wohnort: Dresden

Re: Wie wärs den damit zu Beginn!

Beitrag von Ball im Garten »

paramlotek hat geschrieben:
Ball im Garten hat geschrieben: wo sind die guten preise? das is ja wohl ne frechheit! übelst abhaun!
wieviel gibst du denn sonst für klamotten aus??
wenn du die preise mit denen irgendwelcher markenprodukten (zb. carhartt) vergleichst ist da kein unterschied.
außerdem muss man ja nicht andauernd neue kleidung kaufen, ich jedenfalls nicht..... :shock:
leider leider kann ich mir nicht so oft neue klamotten kaufen wie ich das gerne möchte. und wenn's mal wieder soweit ist, bin ich darauf angewiesen, daß ich meinen fruit of the loom - kapuzenzipper irgendwo für 15-17 öre herkriege und nicht ein gleichwertiges produkt für 49.95 US$ ! da kann ich auch bei frontline bestellen, von dem fairer handel - aspekt mal abgesehen. wie du schon sagst.
Schuhe sind noch schwieriger, da guck ich immer nach auslaufmodellen im angebot, weil mit reno- oder deichmann- botten will ich auch nich rumrennen. und dann sollten die auch noch möglichst nich aus leder sein. da wirst du bekloppt. wenn ich da mal welche gefunden hab, kauf ich die, mir egal ob die von nike oder adidas oder weißichwem sind und in malaysia produziert wurden. zuallererst muß ich letztenendes doch an mein eigenes elend denken. nenn das zynisch oder erzähl mir, daß es mir so schlecht gar nicht gehen kann, mir egal. ich weiß es für mich besser.

btw.: wo kommt denn das fruit of the loom - zeug her und wer näht das zusammen?
xcoolernamex
Konzertbesucher
Konzertbesucher
Beiträge: 94
Registriert: 04.10.2004, 11:49

Beitrag von xcoolernamex »

Wie gesagt löblich, aber wenn du dir ein Bandshirt kaufst, bist du dir dann ganz sicher, dass das "ethical" ist?
Die Textilbranche hat ein schlechtes Image. Das wollen sie natürlich ändern. Aber ob das mit nem Siegel machbar ist, das wag ich zu bezweifeln. Was heißt "ethical" bis zum Shirt? Ich kenn dieses Siegel nicht. Ethisch heißt aber noch lange nicht, das die nicht für nen Hungerlohn arbeiten müssen. Das heißt nur keine Kinderarbeit, geregelte Arbeitszeiten, kein Zwang usw. Ist ein Anfang, aber mehr nicht.
Das Problem ist, dass Leute die viel Geld für Kleidung ausgeben, meist den tollen Designer und/oder das Label bezahlen, aber nicht das Material.

Ich bevorzuge nach wie vor die politische Lösung, sprich Regelungen auf den entsprechenden Arbeitsmärkten. Der Markt wird das nicht regeln, solange Parteien mit zu unterschiedlichen Spielregeln agieren (EU vs. Dritte Welt). Das man die billigsten Märkte zum Einkauf sucht, ist marktwirtschaftliches Verhalten. Marktwirtschaft ist per se nicht sozial. Dafür sind Regierungen zuständig. Bis jetzt hat sich aber auch kein besseres System als Marktwirtschaft durchgesetzt. Sorry, die Realität ist nunmal so.
Antworten