Polizei räumt besetzte Buche an Dresdener Brücken-Baustelle Dresden (dpa)
Unter Polizeischutz und Bürgerprotesten wird seit dem frühen Dienstagmorgen eine von Naturschützern besetzte Buche für den Bau der umstrittenen Waldschlößchenbrücke im UNESCO-Welterbe Dresdner Elbtal gefällt.
Rund 250 Demonstranten begleiteten die Vernichtung des rund 300 Jahre alten Baumes mit Pfiffen und Buh- Rufen. Mehrere hundert Polizisten sicherten die unangekündigte Aktion, die kurz nach Mitternacht begonnen hatte.
Wegen der dichten Bebauung und der nahen Straße wird der Baum Ast für Ast abgesägt, sagte ein Mitarbeiter der Baufirma der Deutschen Presse- Agentur dpa. Ein Spezialeinsatzkommando des Landeskriminalamtes Sachsen holte Mitglieder der Umweltorganisation Robin Wood aus den Baumkronen der Buche und einer Linde. Polizisten lösten zudem eine spontane Sitzblockade am Fuße der Buche auf. Dabei wurde ein Beamter verletzt. 39 Frauen und Männer wurden kurzfristig in Gewahrsam genommen. Die Räumung dauerte insgesamt fünf Stunden.
Robin Wood sprach von einer «Nacht- und Nebelaktion» und verurteilte das «ruppige» Vorgehen der Beamten. Für die unangekündigte Aktion waren die umliegenden Straßen weiträumig abgesperrt worden. Robin-Wood-Mitglieder hatten den Baum seit dem 12. Dezember besetzt gehalten.
Der Protest richtet sich gegen die geplante Elbbrücke, für deren Zufahrtsstraße die Bäume weichen müssen. Wegen der Brücke wird die UNESCO der Stadt Dresden den erst 2004 verliehenen Welterbe-Titel voraussichtlich aberkennen. Die UN-Kulturorganisation sieht die Schönheit der Flusslandschaft verschandelt. Der Freistaat beharrt auf dem Bau und beruft sich auf einen Bürgerentscheid aus dem Jahr 2005.