Label: Reaper Records - http://www.reaperhardcore.com

Tracklist:
01. Heavens
02. The Second Life
03. Into The Night
04. Aftermath
05. The Void
06. Hours
Spielzeit: 19:22 Minuten
Ich wage mal die Prognose zu treffen, dass man diese Band direkt nach dem ersten Hören entweder hasst und verteufelt oder liebt und vergöttert. Bei mit trifft da zu hundert Prozent der zweite Fall zu. World Collapse kombinieren auf ihrer Debut-EP 6 mal modernen Electropop und New Wave-Sounds mit Hardcore und Crossover Elementen, wie ich es zuvor von noch keiner anderen Band gehört habe. Somit schon mal die ersten Pluspunkte, für wirkliche innovative Songs und frischen Sound. Dass das nicht jedem sein Cup Of Tea ist, kann ich mir wie schon eingangs erwähnt, allerdings sehr gut vorstellen. Wer also mit elektronischer Musik rein gar nichts anfangen kann und von der Vorstellung besessen ist, das so etwas im Hardcore nichts zu suchen hat, sollte spätestens jetzt mit Lesen aufhören.
Während der Opener "Heavens" noch extrem rockig und wohl im direkten Vergleich mit den anderen Songs mit dem höchsten Gitarrenanteil der gesamten EP rüberkommt, hört man bei "The Second Life" schon mehr vom elektronischen Einfluss der Musik raus. Dennoch ist auch der zweite Song gespickt mit brachialem Riffing, schnellen und kraftvollen Drum-Parts sowie derben Shouts. "Into The Night" ist dahingegen dann wirklich ruhig und schon fast ein richtiger Electropop-Song, aber für mich persönlich das absolute Highlight der CD. Hier klingen World Collapse beinahe wie eine Mischung aus Kraftwerk und The Killers. Song vier, "Aftermath", beginnt ähnlich, steigert sich aber schnell auf das rockige Niveau von "The Second Life" und lässt den Spannungsbogen der EP somit wieder ansteigen. stampfende Beats und die dazu passenden Gitarren lassen mich dabei kurzzeitig an Ministry oder auch ältere Nine Inch Nails Alben denken. Mit "The Void" geht es dann noch mal zwei Gänge zurück, in Richtung von "Into The Night". Das Lied wirkt gelassen bis besinnlich und doch sehr tiefgehend und mitreißend. Sicherlich der ruhigste Song auf der EP und gänzlich ohne Gitarren. "Hours" beschließt dann dieses Meisterwerk gebührend, mit einem rasend schnellem Beginn und flotten, Hardcore-typischen Drumeinlagen. Im Anschluss wird der Song stetig ruhiger oder man könnte auch sagen entspannter und entlässt mich mit einem breitem Lächeln im Geischt und der Lust, die Scheibe direkt aufs Neue durchlaufen zu lassen.
Zum Abschluss gibt es noch eine Art Bonustrack, bei dem man eine Computerstimme folgende Sentenz 4 mal aufsagen hört: "Wenn die Sonne untergeht, dann sind wir vereint. Wenn wir der Sterne Lichter sehen, sind wir nie mehr entzwei."
Ich bin jedenfalls total "vereint" mit dieser Band und ihrer Musik. Parallelen zu anderen Bands kann man nicht ziehen, da es so etwas, wie gesagt einfach noch nicht gegeben hat. Einflüsse liegen zum einen sicherlich bei bereits genannten Bands wie Kraftwerk oder Ministry und andererseits eben allgemein im Hardcorebreich. Immerhin sind mit Rene Natzel und Frank Olma auch zwei ehemailge Mitglieder von Ture Blue vertreten.
Schlussendlich und auf den Punkt gebracht ist festzuhalten, dass dieses Debut keinerlei Schwachstellen aufweist. Wer sich also auch für Musik außerhalb irgendwelcher XYZ-Core-Grenzen begeistern kann und sogar gern mal ein offenes Ohr für elektronische Klänge hat MUSS dieser Kombo eine Chance geben und sollte "Deutschland, Deutschland! Into The Night" unbedingt antesten.
Punkte: 10/10
Discography:
2007 – Deutschland, Deutschland! Into The Night